2018 - Ein wichtiges Jahr fürs Wasser und ein wichtiges Jahr für Europa

Was kannst Du tun?

  1. Organisiere einen Big Jump oder Riverwalk am 8. Juli, dem europäischen Flussbadetag.
  2. Sammle Online-Unterschriften! Ein Bündnis von WWF und weiteren Naturschutzorganisationen will 1 Million Unterschriften sammeln, um PolitikerInnen, Verwaltung und Wirtschaft deutlich zu machen, dass uns unser Wasser wichtig ist. Wir unterstützen diese Aktion und wollen 10.000 Jugendunterschriften in ganz Europa einsammeln. Wie viele könnt Ihr beitragen? Ein Jugendteam aus Österreich will 2500 sammeln! Der öffentliche Konsultationsprozess für diese Unterschriften sollte ursprünglich im Sommer stattfinden, wurde aber von der EU auf Herbst verschoben - sobald es soweit ist, erhaltet ihr hier von uns konkrete Informationen und Unterstützung.
  3. Misch Dich bei der europäischen Wasserkonferenz ein! Vom 20. bis 21. September treffen sich ExpertInnen aus ganz Europa in Wien, um das Wassergesetz zu diskutieren und Änderungen zu diskutieren. Wir sind dabei – Du auch? Wir werden unser Manifest überreichen, einen Flashmob organisieren . . . Wenn Du mit dabei sein möchtest, dann sende bitte eine Mail an info [at] bigjumpchallenge.net. Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, um unsere Aktionen am Ort der Konferenz zu planen.
  4. Der Politik das Wasser reichen! Besuche Deinen Fluss, schöpfe Wasser und sende es zu uns nach Wien. Für Deine Schöpfung könntest Du gleich DeineN ParlamentarierIn oder BürgermeisterIn einladen. Mach ein Medienereignis daraus, oder einen Film. Erzähle, wie wichtig es ist, unser Wasser zu schützen.
  5. Hast Du eine eigene Idee für uns Wasser? Lass uns wissen, wie wir das EU-Wassergesetz schützen können! Senden eine E-Mail an info [at] bigjumpchallenge.net oder posten Sie es auf unserer Facebook-Seite (siehe Button oben).

 

  1. Foto: Youth Network for Action-Aktivisten bringen Wasser aus ihren Flüssen in das Europäische Parlament in Brüssel. 
Warum ist es wichtig, unsere Gewässer zu schützen?

Bäche, Flüsse, Ströme sind die Lebensadern der Erde. Sie sind jedoch vielfach bedroht. Die Wasserqualität wird durch Verschmutzungsquellen aus der Landwirtschaft (Pestizide, Dünger), Abfluss von Straßen und Parkplätzen, und Abwasser der Industrie und Haushalte beeinträchtigt (wir benutzen Trinkwasser, um unsere Toiletten zu spülen!). Dieses Wasser fließt selten in frei fließenden und gesunde Flüsse (mehr zu wilden Flüssen hier). Unsere Flüsse wurden durch Staudämme für Wasserkraft verändert und für den Schiffsverkehr begradigt und kanalisiert. So wurde die Durchgängigkeit der Flüsse erheblich und ihre Verbindung zu den umliegenden Ökosystemen erheblich gestört. Wanderfische können sich nicht mehr auf ihre Reise mache, und Laichgründe verschwinden in begradigten Flüssen. Kurz gesagt: große Anstrengungen sind erforderlich, um unsere Gewässer und Ökosysteme zu renaturieren und die wenigen intakten zu schützen.

Worum geht es bei dem Gesetz zum Schutz der europäischen Flüsse und Seen?

Um die Gewässer wiederherzustellen und einen gesetzlichen Rahmen zur Verbesserung und Sicherung der Gewässer zu schaffen, hat die EU im Jahr 2000 die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verabschiedet. Sie verlangt von den Regierungen, die Qualität der Gewässer zu überwachen und für ihren guten Zustand zu sorgen. Außerdem ist Verschlechterung verboten! D.h. eigentlich sind unsere verbleibenden, lebendigen Flüsse geschützt.

Obwohl dieses Gesetz fortschrittlich ist und Maßstäbe setzt, ist es nicht perfekt - eines der größten Probleme ist, dass unsere Regierungen es nicht richtig umsetzen! Zieljahr für die Umsetzung war eigentlich das Jahr 2015 (mehr hier). Dieses Ziel wurde verpasst. Zum Beispiel ergab eine Anfrage von Abgeordneten im deutschen Bundestag im März 2018, dass sich nur knapp sieben Prozent der Flüsse in einem einigermaßen natürlichen Zustand befinden. 93 Prozent der Flüsse sind in keinem guten Zustand, typische Tiere und Pflanzen fehlen. Ein Fünftel der Flüsse ist sogar in einem schlechten Zustand.

Die EU möchte das Gesetz überprüfen lassen, ein Fitness-Check. Eigentlich eine gute Idee! Aber auch eine Möglichkeit für Industrie-Lobbyisten das Gesetz zu ihrem Vorteil zu verwässern, und für kleingeistige Politiker aus einem Europa der Flüsse wieder nationale Politik zu machen, obwohl Flüssen bekanntlich über Grenzen hinweg fließen.

Deshalb ist es unsere Aufgabe, jetzt für unsere Flüsse und unser Wasser aktiv zu werden. Sei dabei – jeder Tropfen zählt!

Big Jump Vorbereitung an der Peene 2017 - mehr Info zur Peene hier.